Ein Dorf in der Barnimer Feldmark

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+++Geschichte+++ 

Unser Dorf wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt als „villa Willmertorppe. Es entstand aus einer wendischen Siedlung. Die Gemarkung war aber, wie Funde von 1888 belegen, bereits in der Steinzeit besiedelt.

Die urkundliche Erwähnung unseres Ortes steht im Zusammenhangt mit dem Benedektinerfrauenkloster in Spandau. Markgraf Waldemar übergab 1317 dem Kloster 10 Hufen Land im Dorf (1 Hufe = 17 ha).

Im 15. Jahrhundert wurde in Willmersdorf ein Gut gebildet, dessen erster Besitzer 1450 der kurfürstliche Rat Lüdeke von Arnim wurde. Es blieb bis 1676 im Besitz der von Arnims.

Willmersdorf besaß niemals ein Schloss oder Herrenhaus. Durch das Fehlen einer Herrschaft im Ort, war das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bauern sehr ausgeprägt.

1577 gab es in Willmersdorf 2 Windmühlen, die im 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) zerstört wurden. Auch später gab es im Ort zumindest eine Windmühle, die das geerntete Korn der Willmersdorfer Bauern verarbeitete. Auch die letzte Windmühle stand auf dem „Mühlenberg“. Sie ist 1927 abgebrannt.

Noch 1662 lag das Dorf völlig verödet und hatte seit 1652, als ein Landreiter die Dörfer besichtigte, noch immer nur 4 Bauern.

Das später wohlhabende Bauerndorf, dessen Hofanlagen noch heute vom bescheidenen Wohlstand künden, gehörte einige Zeit zum Krongut Löhme, dessen Besitzer Kronprinz Friedrich, späterer Preußenkönig Friedrich II., war.

Die evangelische Kirche, das Wahrzeichen und bedeutendste Gebäude in Willmersdorf, steht heute unter Denkmalschutz. Mit ihrem Bau (spätromanische Apsis und Chor) wurde Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen.

Der barocke Turmaufsatz ist im Jahre 1897 abgebrannt. Der neue Turm mit Doppelspitze wurde 1901 fertiggestellt.

Die Evangelische Kirche hatte sich entschlossen, eine Doppelspitze zu errichten. Vielleicht auch, um die Schreibweise Willmersdorf mit Doppel-L zu bestätigen. In Geburtsurkunden und Flurkarten aus dem 19. Jahrhundert wurde das „Doppel-L“ bereits verwendet. Das machte auch Sinn, um eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Stadtteil von Berlin auszuschließen.

Trotzdem kommt auch heute noch hin und wieder diese Verwechslung vor.

Die Landwirtschaft hat in Willmersdorf immer eine große Rolle gespielt. Im Jahre 1955 wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Typ III gegründet, einige Jahre danach eine LPG Typ I. Eine Groß-LPG entstand im Jahre 1975 aus den Genossenschaften in Schönfeld, Tempelfelde und Willmersdorf.

Heute präsentiert sich unser Ort als märkisches Dorf, das nach dem Ende der SED Diktatur und der Wiedervereinigung unseres deutschen Vaterlandes im Jahre 1990, eine erfolgreiche Entwicklung genommen hat.

Der große Angerbereich ist die grüne Lunge Willmersdorf's. Er wurde sehr sparsam bebaut. Hier befinden sich die Kirche, das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr und das Dorfgemeinschaftshaus mit dem Spielplatz.

In dieser grünen Zone sind auch 3 Teiche und ein Grabensystem zu finden, das der Ableitung des Oberflächenwassers aus dem Ort dient.

Hinter dem einstigen Mühlenberg wurde in den Jahren 1999 und 2003 ein Windpark mit 19 Anlagen errichtet.

Im Jahre 2001 hat die Gemeinde Willmersdorf einen Partnerschaftsvertrag mit der polnischen Ostsee-Gemeinde Ustronie Morskie, dem ehemaligen Henkenhagen, abgeschlossen.

Willmersdorf wurde im Jahre 2003 in die Stadt Werneuchen eingemeindet, ist heute ein Ortsteil dieser Stadt.

 
 


 

© Mathias Wiegand